Full text: Volume (Jg. 6 (1839))

509

gehandhabt werden solle,, so sey es quaestio kseti»
wie weit die Gewohnheit sich erstrecke und ausgebildet
habe. Wie zweifelhaft hier Alles sey, ergebe sich aus
den Erörterungen in Rin t eleu 's Provinzial-Recht
(ZO. II. 81 seq.) und aus dem in Berlin 1837 er"
schienenen Entwurf eines Prvvinzialrechts für das Her-
zogthum Westphalen und dessen Motiven. Der Richter
habe den aus der Erblandes,Vereinigung sich ergeben-
den Satz verletzt, daß nur die aliunäs, und vollends
rücksichtlkch der 1590 noch nicht vorhandenen, nicht
mit ,contrahkrenden Familien zu beweisende Gewohn-
heit gehandhabt werden soll. In casu zeigten die
Vorakten, daß eine besondere Observanz in Betreff der
,'m Herzogthum Westphalen belegenen Güter nicht ein-
. mal behauptet, und die Verzicht der Mutter der Ver-
klagtkn und ihre Aussteuer gar nicht in Bezug auf
diese Güter, sondern in Bezug auf die ganze univer-
sitär geschehen sey.
Hierdurch wird indeß die Interpretation, welche der
Richter der Erblandcs-Vereknigung gegeben hat, nicht als
unrichtig dargestellt. Sie enthält in der That die Sanktion
einer sich auf das Herzogthum Westphalen beziehenden,
alle «blichen Familien angehenden Gewohnheit, von deren
Beweise im konkreten Falle nicht weiter die Rede seyn '
kann. Welche Zweifel etwa bei künftiger Abfassung des
Provinzial-Gesetzbuches für das Herzogthum Westphalen
zu beseitigen seyn werden und welche darüber bereits an-
geregt seyn mögen, ist gleichgültig. Für jetzt muß man
bei dem Inhalt der Erblandes-Derrinkgung lediglich stehen
bleiben, und es widerlegt sich Alles hierbei von der Im-

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer