Full text: Volume (Jg. 6 (1839))

495

folge des , Adels in Gütern, welche im Herzogthum Wcst-
Phalen belegen sind, ohne Rücksicht auf den Wohnort
des Erblassers zu Grunde legen.
Unerheblich sind nach diesem Character deS Statuts
auch die ferneren Anführungen der Verklagst»: daß die
Familie v. Bocholz nicht ursprünglich aus dem Herzog«
thum Westphalen, sondern aus dem Paderbornschen
stamme, und daß sie an dem Abschlüsse der Erblandcs-
Dereinigung keinen Theil genommen, sondern erst später
durch Kauf oder Erbgang verschiedene Güter im Herzog-
thum Westphalen erworben habe. Sie folgert hieraus,
daß der Domprobst v. Bocholz nicht zur westfälischen
sondern paderbornschen Ritterschaft gehört habe, wogegen
Kläger anführt, daß derselbe als Mitglied der westphä-
lischen Ritterschaft an den Landtagen, bis zur Einführung
der Großherzoglkch Hessischen Verfassung, wodurch die
Stande aufgehoben worden, Theil genommen habe, und
darüber Beweismittel vorschlägt; es bedarf indeß eines
solchen Beweises nicht, indem das Statut auf alle im
Herzogthum Westphalen angesessene ritterliche Familien,
und nicht bloß auf diejenigen, welche in die vormalige
ständische Corporation der dortigen Ritterschaft ausge-
nommen waren, zu beziehen ist.
Die Vcrklagtin wendet ferner ein: die Erblandcs-
Vereinkgung enthalte kein eigentliches Gesetz über di-
Erbfolge, sondern schütze bloß eine adlichc Gewohnheit,
da wo sie vorhanden; diese Gewohnheit müsse daher für
die einzelnen Adels-Familien spccicll bewiesen werden, und
sey es gar nicht denkbar, daß die vadcrbornsche'Familie
v. Bocholz eine solche Gewohnheit hinsichtlich ihrer im

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer