Full text: Volume (Jg. 6 (1839))

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regelten Gütern ihres Vaters keinen Pflichttheil, sondern
nur eine Aussteuer fordern.
Die Verklagtin wendet hiergegen zuvörderst ein,
daß, da der Domprobst v. Bocholz zu Paderborn gf*
wohnt habe und gestorben sey, nicht die Erblandes-Der-
einigung, sondern das allgemeine Landrecht bei Bestimm
mung der Sueeesston in seinem Nachlaß die Norm bilden
müsse, wogegen Kläger anführt, daß der Domprobst v.
Bocholz nicht nur zu dem Adel des Herzogthum ffiefl'
phalen gehört, sondern auch mehrere dortige Güter, na^
mentlich das Hauptgut Störmede nebst Anröchte bis jN
seinem Absterben auf seine Rechnung habe bewirthschasten
lassen, also daselbst auch ein Domizil gehabt habe. Die
Instruktion ist über letztere Thatsache nicht ausgedehnt;
allein abgesehen davon kann es nach dem §. 32. der
Einleitung zum A. L. R. keinem Bedenken unterliegen,
daß hinsichtlich der Immobilien, worauf es hier ankommt,
die Gesetze der Gerichtsbarkeit, unter welcher sich dieselben
befinden, also hier die Erblandes-Vereknigung, maaßgebend
sind. Zwar behauptet Berklagtin mit einigen neueren
Schriftstellern, daß der §. 32 c!t. nur von unbeweglichen
Sachen als einzelnen rede, daß hingegen, wo dieselben
als Theile einer Erbschaft in Betracht kopnnen, die für
die letzter» als universitas geltenden Gesetze des letzten
Wohnorts des Erblassers (statuta personalia) zur Am
Wendung zu bringen feyen; allein diese Behauptung $
ganz unbegründet. Der §. 32. sagt ganz allgemein:
„In Ansehung des unbeweglichen Vermögens
gelten ohne Rücksicht, auf die Person deö Eigenthüiners

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