Full text: Volume (Jg. 6 (1839))

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schlägllch zahlenden Pfandschuldners gleiche Priorität mit
der Nestforderung beilegt, der Gläubiger noch nicht ge,
hindert, die ganze Sache zur Veräußerung zu bringen;
in dieser Hinsicht bleibt allerdings auch bei der An-
nahme des Geh. Ober-Tribunals die Hypothek des Gläu-
bigers ein jus individuum. Aber dieses ist nur die
eine, und zwar, namentlich bei unserm Hypothckenrechte,
die allerunbcdeutendste Sekte der Unteilbarkeit. Die
wesentlichere ist die, daß der Gläubiger dem Eigentümer
gegenüber auch den durch die Veräußerung sich heraus-
stellenden Werth des Gegenstandes, soweit er überhaupt
dem speciellcn Hypothekenrechte unterworfen ist, bis zur
vollständigen Befriedigung ganz in Anspruch neh,
men kann;*) und in dieser Beziehung wird für den
gewöhnlichen Fall, daß der Pfandbesitzer selbst der thcil»
weise tilgende ist, durch die Amrahme des Geh. Ober-
Tribunals die Unteilbarkeit des Hypothekenrechts geradezu
aufgehoben. Denn die unmittelbare Folge des angenom-
menen Grundsatzes ist die, daß dem Pfandgläuin'ger,
welcher von dem Pfandschuldner einen Thekl der For-
derung erhalten und dieses schriftlich anerkannt hat, für
den unbezahlten Theil nicht mehr der ganze, nach Abzug
vorstehender Posten verbleibende, Werth des Gegenstandes,
sondern nur eine, .durch das Dcrhältniß der Restforderung
zu dem.Betrage der ganzen Forderung bestimmte, Quote
desselben haftet; die andere Quote aber zum Dortheile

4) I. 85. §. 6. D. de Y. O. Ca5, 1.) 1. 19. D. de
pignoribus (2P, 1.) I. 1. C. de luitione pign.
(8, 31.)

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