Full text: Volume (Jg. 6 (1839))

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Was sodann den oben sub 4. gedachten Aus-
schlicßungsgrund betrifft, nämlich die insbesondere gegen
MktverklagtenAugust Rose behauptete Freilassung,
so kann diese künftighin ebenfalls nicht wieder Vorkommen,'
Und daher auch keine Ausschließung vou der Nachfolge
>n ein früher ekgenbehöriges Gut begründen. Klagender
Deits wird nun zwar behauptet, daß die Freilaffung
vor 1808 geschehen scy, also noch zur Zeit des Be«
ßehuis der Leibeigenschaft Allein bei Benrtheilung der
Erbfähigkeit entscheiden stets nur die Gesetze, welche zur
Zeit des Erbanfalls gelten. Daß endlich die Verklagten
auf eine nach den gemeinen bürgerlichen Gesetzen gültige
SÖetfe zum Dortheil des Gutsherrn auf die Erbfolge
Verzicht geleistet hätten, ist nicht behauptet, und hier-
nach erscheint denn die Behauptung der Kläger, daß
die Verklagten zur Erbfolge in das Colonat Nr. 5. zu
Neuenkirchen nicht berechtigt oder fähig seycn, überall
Unbegründet. Es bedarf daher einer näheren Erörterung
des Beweises der THatsachen selbst, daß die Verklagten
nämlich resp, abgefunden, abgeheirathet und aus der
Leibeigenschaft entlassen seyen, nicht. Bemerkt wird jedoch
beiläufig noch, daß die Annahme des ersten Richters, es
sey die Abfindung der Verklagten aus dem väterlichen
Testamente bewiesen worden, unrichtig ist. Die Ver-
klagten haben dies Testament zwar anerkannt, daraus
werden aber nur die darin enthaltenen Dispositionen
kür sie verbindlich, nicht aber werden dadurch alle darin
kUthaltenen, blos historischen Anführungen zur formellen
Wahrheit.
Endlich wird auch noch angeführt, daß in früheren

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