Full text: Volume (Jg. 6 (1839))

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liegen, so stark mit Vorschriften des gemeinen Rechts
verletzt, daß man die alten Statutarrechtc nur sehr in»
vollkommen darin wieder erkennt; welches um so auft
fallender ist, weil die am Schlüsse jener Statuten stehet
den Auszüge aus den älteren der Jahre 1527 und
1636, die Grundsätze des Rüdentr Rechts sehr klar ent-
halten. Die neueren Statuten gehen im Ganzen dahint
Ehepacten entscheiden vorab; wo die fehlen, da erhält
bei kinderlosen Ehen der überlebende Gatte sein Einge-
brachtes ganz, von dem Erwerbe die Hälfte, von der
fahrenden Habe zwei Theile und ans dem unbeweglichen
Gute nach Discretio» eine Leibzucht. Das Uebrige er-
halten die Erben und zwar die Leibzuchtgüter mit den
zur Zeit des Todes darauf stehenden Früchten ohne Ent-
gelt. Tie kinderlosen Ehegatten können testiren. Hat
sich der Ueberlebende zu dem Verstorbenen ins Haus ge-
heirathet, so halt er darin jedenfalls sein Trauerjahr,
mit vielen complizirten Modifieationen. Sind Kinder
au6 der Ehe vorhanden, so beerben diese den Verstorbe-
nen zu gleichen Theilen; der jüngste Sohn hat das Recht,
Haus und Hof für die Tare an sich zu behalten. Des
Vaters Rüstung erhält der älteste Sohn; seine Kleider,
wodurch die Scheere gegangen, werden unter die Söhne
gleich vertheilt; eben so die Kleider der Mutter unter
die Töchter. Der überlebende Gatte, so lange er un-
verheirather bleibt, ist Vater der Kinder. Schreitet er •
$ur anderen Ehe, so werden besondere Vormünder er-
nannt; er behalt jedoch die Nutznießung des Vermögens
des verstorbenen Gatten, gegen die Verbindlichkeit, die
Kinder zu erziehen. Nehmen diese nach erlangter Groß- '

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