Full text: Volume (Jg. 6 (1839))

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feorgetragen werden, daß er dieses Alles der. inst alS
praktischer Jurist brauchen muß- und da ohne gar nicht
fertig werden kann, wenigstens stets ein Stümper bleibt.
Gewiß aber würde er diese Sachen weit fleißiger studieren,
wenn er ihre fortwährende Geltung fürs praktische Leben
erkannt hätte. — Da es nun bei uns nicht angeht,
dem Studio auf Universitäten eine bei juristischen Ge«
fchäftsmännern zu gewinnende theoretisch praktische Vor-
bildung voranzuschicken, so ist es grade die organische
und zweckmäßige Verbindung des historischen mit dem
dogmatischen Theile der Jurisprudenz, veranschaulicht
durch praktische Fälle, die dafür Ersatz leisten, und den
puristischen Takt zu erwecken und auszubilden hat. Es
'st keine Wissenschaft, die in gleichem Grade, wie das
Studium des römischen Rechts, den Verstand schärft,
die Urtheilskraft nährt und berichtigt, überhaupt das
Denkvermögen regelt und, mit Ausmerzung idealistischer
Phantome, den praktischen Lebensblick schärft. Sie ist
praktisch gemachte Logik und hat grade den Regulator
ihres Werths darin, daß die Richtigkeit ihrer Begriffe
Und Sätze im wirklichen Leben nachgewiesen wird. Macht
Überhaupt der Jurist bei seinen Urtheilen, oder sonstigen
Verfügungen einen unlogischen Schluß, so findet er als-
bald im Wege der höher« Berufung oder in Folge des
Resultats in der Wirklichkeit seine Rektifikation, oder
doch mindestens wird ihm der Gegenstand nochmals an-
derweit beleuchtet und aufgefaßt zur Abstraktion wieder
dorgeführt. Mag man nun auch nicht für die philo-
fophische Deduktion eines Rechtsbegriffs seine Beweise im
^mischen Rechte zu suchen haben, so waren doch die

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