Full text: Volume (Jg. 6 (1839))

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Lehn und Erbe sey. Daraus ergibt sich dann von selbst/
daß dieser nicht — wie zuletzt noch Paez^) vertheidigt
zur Eludkrung von II. F, 45. das Allodium nur cum
beneficio inventarii antreten und so die Lehnsfrüchte
den Allodialgläubigern entziehen könne. Schon Sonsbecks
widersprach diesem Versuche, ebenso H a r t m. Pistori/
und die rekchsgerichtliche Praris hat sich entschieden da*
gegen erklärt* * * 5)
Nach dem allgemeinen Landrechte ist diese Contra
verse jedenfalls gegen die Zulassung des beneficii in-
ventarii entschieden. Denn muß der film« vasalli selbst
die Verfügungen des Vaters über das Lehn unter Leben*
digen, wenn er Erbe desselben geworden (§. 265.), und
zwar rücksichtlich der Lehnsnutzungen unbedingt, (§. 267.)
und rücksichtlkch der Lehnssubstanz in Betreff der Ente
schädigung (§. 268—270.) vertreten, und wird davon
durch den Einwand der Rechrswohlthat des Inventars
nicht befreit (§. 271.), muß sogar der Sohn die letzte
willigen Verfügungen des Vaters über das Lehn, wenn
er dessen Erbe geworden, unbedingt, ohne Rücksicht aus
die Inventars - Wohlthat anerkennen (§. 280 — 282.)/
muß selbst der Sohn, der seines Vaters Erbe nicht ge*
worden, ja selbst der Enterbte, die väterlichen Schulden/

2) Lehrbuch des Lehnrechts §. 120.
*) tract. de feudis. Part. g. N. 169.
*) Quaest. jur. Iib. 2. tit. 2. n. 45.
5) J. U. de Gramer observat, jur. univ. Tom. 1*
obs. 280. s auch ©. L. Böhmer, auserlesene Rechts'
falle Band 3 N. 216. Seite 363 ff.

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