Full text: Volume (Jg. 6 (1839))

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die Zeit, wo die Verträge abgeschlossen wurden, fehle»
sie ganz. Wenn auch eine Ermittelung dieser Preise
noch möglich wäre, so würde dies doch nicht helfen,
wenn man nicht zugleich feststellen könnte, daß das
Wirthschastssystem, waS'gegenwärtig die Sachverständig
gen zu Grunde legen, auch schon damals bestand. Dies
ist nun aber entschieden nicht der Fall; wie kann «an
z. B. für das Jahr 1715 je um daö vierte Jahr
eine Kartoffelcrndte annehmen, da diese Frucht sich erst
damals zu verbreiten anfing?
Ferner führen die Sachverständigen einen fort'
laufenden Fruchtwechsel in ihren Berechnungen auf, wäh'
rend in den von den Klägern im Jahre 1766 aufge'
stellten Reductkvnsrechnungen es heißt, daß die Aecker
je um das fünfte Jahr brach liegen blieben. Don dev»
Kulturzustande der Grundstücke zur Zeit der Vertrags
constirt gar nichts, und es ist eine allbekannte Lhat'
sache, daß eine Wiese durch gute Cultur und zwecks
mäßige Bewässerung leicht auf den doppelten Ertrag g^
bracht werden kann. Es bedarf nur einer geringen §rt
fahrung und Bekanntschaft mit andern Kaufverträge»,
um zu wissen, wie sehr der Werth des Grundvermögens
seit 100 Jahren gestiegen ist. Kaitn aber, wie obe»
gezeigt ist, bei einem antkchrctischen Vertrage nur da»»
eine Nachrechnung statt finden, wenn er in fraudefl1
legis zur Verdeckung eines Zinswuchers geschlossen ist/
so kann nichts verkehrter seyn, als die jetzigen Zcitver/
hältnisse willkührlich auf eine bereits 100 Jahre hinter
uns liegende Periode zu übertragen, um daraus die
fraudulente Absicht eines Contrahcnten zu deduciren.

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