Full text: Volume (Jg. 6 (1839))

halten soll. Für die gestattete Benutzung seines
Geldes soll er die Früchte einer Sache erhalten und
nur dies muß im Vertrage ausdrücklich gesagt seyn, denn
sonst würde er die Nutzungen berechnen müssen. Hierin
besteht das Wesen der Antichrese; die Worte in den
Gesetzen: „vice usuramm“ sagen ja nichts anders,
als daß man sich für die Benutzung der Gelder, statt
der Stipulation der Zinsen die Früchte einer
Sache bedinge.
Es wird also die Entscheidung nur von der Beantt
wortung der streitigen Frage abhängen, ob und unter
welchen Verhältnissen beim pactum anticbreticum eine
Berechnung der Nutzungen auf das Kapital gesetzlich zu-
lässig ist?
Erst wenn diese Frage im vorliegenden Fall zum
Dortheile der Kläger zu beantworten wäre, würde sich
ferner fragen, wie der Nutzungsertrag auszumktteln sey?
Die römischen Gesetze lassen keinen Zweifel darüber,
daß beim pactum anticliroticum keine Nachrechnung
der Nutzungen an sich statthaft ist, L. 14. C. de usuris:
„si ea pactione uxor tua mutuam pecu-
niam dedit, ut vice usurarum domum inha-
bitaret, pactoque ita ut convenit, usa est
nonetiam locando domum pensionem redegit:
referri quaestionem, quasi plus domus redi-
geret si locaretur quam usurarum legi-
timarum ratio colligit, minime oportet Li-
cet enim uberiroe sorte potuerit contrahi
locatio, non ideo tamen illicitum foenus

Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer