Full text: Volume (Jg. 6 (1839))

sibi pignoratae ad modum legitimum usura®
retinere; hieraus folge also offenbar nur, daß der
Gläubiger nur so viel von den Früchten znrückbehaltcn
könne, als das Maaß der gesetzlichen Zinsen betragt/
wogegen gerade daS Wesen der Antichrese darin bestehe,
daß der Gläubiger sich blos wegen der Zinse» durch die
Früchte entschädigen soll, ohne daß das Kapital dadurch
getilgt werde.
Glück, Commemar Band 14. S. 116.
Sintenis Handbuch des Pfandrechts, Halle 1836
S. 234. 260. '
Deshalb wird denn auch gelehrt, eine Antichrese
könne nicht stillschweigend durch Handlungen, sondern
müsse ausdrücklich durch Vertrag errichtet werden. Be-
stimmte Worte sind aber dazu nicht erforderlich, und
es kann also keinem Zweifel unterliegen, daß eine wahre
Antichrese anzunchmen ist, wenn dem Gläubiger gestattet
wird — cfr. Obligation vom 22. Mai 1706 — „das
Feld unter seinen Pflug zu nehmen und damit zu schab
ten und zu walten nach bestem Nutzen, bis so lauge
wir ihm oder dessen Erben obig gemeldeter Summe deren
125 Thlr. wieder erlegt haben, jedoch behalten wir uns
die Ablöse alle Jahre bevor."
Ein gleiches gilt, wen» die Urkunde vom 3. Ma>
1714 sagt: „Und habe ich also Johann Wilhelm Klein
und dessen Erben diese Wiese so lange cingcräumt, di'ö
sie ihre 40 Thlr. wieder zu ihren Händen von dein
Inhaber dieses Hauses bekommen und sollen ihnen dicss
40 Thlr, alle Jahre, wen» es nöthig ist, auf Maitaß

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