Full text: Volume (Jg. 6 (1839))

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bonorum possessio hereditatis litigiosae, und fltt dt/
sonderes remedium für den Jntcstaterben. Wir wollen
die betreffenden Rechtsmittel der Reihe nach betrachten.
A. Missio heredis scripti. Dl'eß Rechts»
Mittel, von den Lehrern des gemeinen Rechtes remedium
cx lege ult. Cod.’de edicto D. Hadriani tollendo ge»
riannt, und dem gewährt, der ein in der äußeren Form «Ntadel»
Haftes Testament vorlegt, worin er zum Erben ernannt ist,
L. 3. C. de ed, D, Iladr. toll. (6. 33.)
verhilit bei unS dem, der in einem förmlichen, d. h.
der äußeren Form nach fehlerfreien, gerichtlichen, oder
in einem als ächt erwiesenen oder bescheinigten privile»
girten Testament eingesetzten Erben zum Besitz der liegen»
den Erbschaft.
A. ?« R. 1. IS. §. 244. 247—25,3.
Wenn mehrere Testamente zum Vorschein kommen,
so kann der in dem späteren Testamente eingesetzte Erbe
den Besitz der Erbschaft vorzugsweise fordern.
A.. L. R. 1. 12. §. 245.
DaS Gesetz erwähnt hier nicht, daß auch dem durch
Erbvertrag berufenen Erben eine derartige missio
• in possessionem zu statten komme, beschränkt die remedia
adipiscendae possessionis sogar wörtlich auf Jlltestat»
und Testamentserben;
A. G. O. 1. 5. §. 26.
wie indessen schon die gemeinrechtliche Praris das in
Rede stehende Rechtsmittel demjenigen gestattete, der einen
ordnungsmäßigen Erbvertrag vorlegt,
Thibaut, a. a. O. §. 744. not. c.
so dürfte bei uns eine ausdehuende Auslegung der Ab»
sicht deS Gesetzgebers noch weit eher entsprechen, um f°

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