Full text: Volume (Jg. 6 (1839))

§. 15.
ID Hauptsache.
Die Hauptsache, welche in diesem judicio verfolgt
wird, ist das Erbrecht und dessen Inhalt, die Erbschaft
oder eine Erbschaftsquote. Beides soll anerkannt, soll
gewährt, d. h. restituirt oder eingeräumt werden. Es
handelt sich hier also um den Bestand, um die Substanz
dieses Inbegriffes. Dieser muß ermittelt, invciitari'sirt,
nach Umständen manifestirt werden. Darauf kommen wir
noch unten zurück. -
Hier- aber, wenn wir uns vergegenwärtigen, daß
ein Inbegriff, eine universitas juris, Gegenstand der
Vindicatio» und Feststellung ist, muß uns die wichtige
Frage hinsichtlich der rechtlichen Wirkungen beschäftigen,
welche die Veränderungen äußern, die der Inbegriff wäh-
rend des Besitzes des Verklagten mit seinem oder ohne
sein Zuthun erleidet Solche Veränderungen bestehen:
SO in einer Verwechselung einzelner Nachlaßbestand-
theile, also in Surrogation dcS Einen für das Andere,
oder auch in Hinzufügung neuer Bcstaiidthckle. In die-
ser Beziehung galt nach römischem Recht der Grundsatz:
res succedit in locum pretii und pretium in
locum rei insoweit, als der Besitzer Erbschaftssachen
gegen Entgelt veräußerte, oder für die Erbschaft aus
Erbschafts- oder eigenen Mitteln Etwas anschaffte,
v. Wening-Ingenheim, Civilrecht 1. Bd. §. 194-
L. 20. pr. l. 19. §. 6. 1. 2t. p. h. t. (5. 3.)
Nach preuß. Rechte muß man das Letzte auch
nehmen, nämlich Sachen werden dem Nachlaß cinverlesbt,
wenn der Besitzer sie für denselben anschaffte, sie demselben

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