Full text: Volume (Jg. 6 (1839))

Es erhebt sich nämlich die Frage, ob -er Anfall
miit Wirkung -er Transmission schon mit dem Tode deS
Erstverstorbencn, oder erst mit dem -des Lctztlebenden
erfolgt? Die Frage ist dahin beantwortet, daß das Fidei,
commiß sogleich mit dem Lode des zuerst -Verstorbene«
anfällt. Denn die beiden Testatoren, welche immer nur
als zwei physische Personen rechtlich erscheinen, haben
zwar einen gemeinschaftlichen Willen, aber deshalb doch
nicht Len Willen einer Gemeinschaft ausgesprochen, weil
diese letztere eine moralische Person bedingt. Ist nun
der «beklebende Ehegatte auch nicht blos Fiduciar-Erbe,
sonder« auch Mittestator, so hat doch der Verstorbene
nicht blos über seinen Änthckl an dem gemelnschastlichcn
Vermögen verfügt, sondern -das Fideieommiß ist in ge-
meinschaftlicher Uebereinstünmung aus dem ganzen ge-
meinschaftlichen Vermögen bestimmt, der Verstorbene hat
daher mit Zustinummg des andern Ehegatten über das
ganze Vermögen verfügt, «ud das Fideieommiß muß
daher beim Tode des Erstverstorbmen zum Behuf der
Transmission anfallcn. Denn mit dem Tode des Erb-
lassers erfolgt nach dem Allg. 2. R. der Erbanfall, der
Uebergang des Eigenthums und Transmission, auf die
Erben. A. L. R. Thl. 1. Tit. 9. §. 367.368. 370.
Bornemann in seiner Darstellung des Ckvklrechts
VI. Bd. S. 216. tritt diesem Satze, jedoch mit der
Beschränkung bei, daß er nur dann gelten soll, wenn
die dem Ueberlebenden substltuirten Erben individuell be-
zeichnet sind. Heißt es demnach im Testamente, daß
nach dem Ableben beider Eheleute, der eine Theil des
Vermögens an die nächsten Verwandten des Erstverstor-

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