Full text: Volume (Jg. 6 (1839))

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Resultat hervorgegangen seyn würde, daß es über
einen Thci'l dcS künftigen Nachlasses an einer Dis,
Position gefehlt hätte, und die Nothwendkgkekt begrün«
det gewesen seyn' würde, nach dem Tode des Letzt«
lebenden — wenn es diesem gefiel, über jenen Theil
des Nachlasses andxrwekt zu verfügen, wie jetzt ge«
schehen — eine Ermittelung zu veranstalten, waS von
dem sogenannten gemeinschaftlichen Vermögen noch vor«
Händen, und was später erworben scy.
„Eine solche Unterscheidung ist dem wechselseitigen
Testamente fremd, und wen» die Wittwe Sr. solche
bei Aufnahme ihrer zweiten letztwilligen Verordnung
hineingelegt hat, so war sie nach dem Tode des Ehe«
mannes zu dieser willkührlichen, ihrcyi einseitigen Zweck
entsprechenden Sinnbcstimmung nicht berechtigt."
Dieser Rcchtsfall mag daher den Testatoren und
Richtern, von denen ein Testament errichtet wird, zu«
nächst als Warnung dienen, bei der Fassung sich deutlich
anszusprechen. Tenn unverkennbar bleibt die Frage
immer.zunächst'eine quaestio facti, die ihre Lösung
kn der Fassung des Testaments finden muß.

III.
Gemeinrechtlich war die Frage, in wie fern ein
Testator ein wechselseitiges Testament wicderrufen könne,
sehr bestritten. Unter Verweisung auf die Abhandlung
von Sommer, Jahrg. II. S. 242. des vorliegenden
Archivs darf, hier der Satz als richtig angenommen wer«
den, daß wechselseitige selbst korrespektive Testamente, der

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