Full text: Volume (Jg. 3 (1837))

665

Arme durch den hier chlgeführten aber nicht inS Leben ge»
druugenen deutschen östlichen Sprachgebrauch. Es ist
nicht genug, daß man die alten Provinzialrechte erforscht,
man sollte doch wenigstens auch den noch im Leben be-
stehenden provinziellen Verschiedenheiten Anerkennung ver-
schaffen, wie übrigens auch schon vor 30 Jahren.im
Entwürfe des Cleve-Märkischen Provknzialrechts beabsich-
tigt war. Der Rath des Verfassers, eine allgemeine
Rede bei Contrakten möglichst zu vermeiden, .Hilst uns
wenig, der Gesetzgeber muß dem Sprachgebrauche des
Lebens folgen, soll das Volk nicht in unnöthige Verlegen-
heiten Mld Schäden stürzen, die Sprache bildet sich von
unten, nicht von oben.
S. 75—81. bemüht sich der Vers., die Wider-
sprüche, welche das Landrecht bei der Lehre von praedia
rustica «nd urbana hat, zu beseitigen, aber, wie es
«ns scheint, nicht mit Erfolg. Das Gesetz ist hier nun
einmal inconcim, warum cs verhehlen? (s. auch S. 75
bis 82 dieses Jahrgangs des Archivs.)
S. 427. macht der Verf. die sehr richtige Be-
merkung, daß das. Landrecht ein wirkliches possessorium
dem gemeinen Recht gemäß vor Augen gehabt, und dabei
nicht daran gedacht, daß die Gerichts-Ordnung ein solches
bereits ausgeschlossen habe. Ob inzwischen nicht dennoch,
waS, der Verf. mit Koch bestreitet, das Recht zum Besitz
im. ordentlichen Prozeß verfolgt werden könne, möchte sich
doch noch fragen, und wenigstens die Frage sich in die
actio pübliciana verlieren. Keinen Fcills können wir
übrigens mit dem Vers, einverstanden scyn, wenn er
432. 433. die Regel petitorium liquidum ab-
sorbet possessorium, für uns aufstellen will; für den
Possessorken-Richter gibt es kein liquides petitorium,
liquid ist nur, was kn der Form Rechtens, im gesetzlichen
Znstanzcn-Zuge ausgesprochen ist, nicht aber was einem
Richter, von dem man nicht appellirrn kann, der nur
bjs zur ersten Entscheidung in petitorio den Besitz re-
guliren soll, so scheint.

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer