Full text: Volume (Jg. 3 (1837))

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sondern in seiner selbstständigen Eigenthümlichkeit
. abgchcmdelt worden.
Es war ja überhaupt im Anfänge Absicht, alle
Distinctione» zu vermeiden, und es lag daher um so
näycr, an der gegenwärtigen Stelle das Precarium hcran-
zuzichcn, indem cs zur Charactcrksirung desselben genügte,
einzelne beim Commodat wesentliche Requisite ansznnchme»,
wo sich dann der Begriff von selbst dahin ergab: „Pre-
carium ist dasjenige Rcchtsverhältnisi, wo Jemanden eine
Sache zum Gebrauch eingeräumt, aber weder die Art
und der Zweck desselben noch die Dauer bestimmt ist."
Der §. 232. bestimmt nun die Wirkungen eines solchen
Verhältnisses dahin, daß der Inhaber bie Sache auf
jedesmaliges Erfordern sofort zurückzugeben schuldig sey,
und eben dieses veranlaßte den §. 233.:
„Ein Gleiches findet statt, wenn eine unbewegliche
Sache oder ein Recht Gegenstand des Contracts und
dieser nicht schriftlich abgefaßt ist;"
der allerdings schulgcrechtcr in den lOten Titel gehörte.
— Allein man hat hier mehr die. Gelegenheit ergriffen,
mit weniger« Worten die Sache abmachcn zu können,
als daß man sich sck'ente, die Regel von der sedes
materiae zu verleben, — Entscheidend ist aber, daß
das Precarium als Vertrag in den §§. 231—234. selbst-
ständig, und kcincöwegcs blos als spedes commodati
ahgehanvclt wird, die Verbindung worin dasselbe hier zil
dem letzten« erscheint, eine rein formelle, kei'nesivegcs aber
eine materielle ist. Mau braucht auch nur den §. 233.
etwas weniger präcise dahin zu fassen:
„Derjenige, welcher eine unbewegliche Sache oder ein
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