Full text: Neues Archiv für preussisches Recht und Verfahren, sowie für deutsches Privatrecht (Jg. 3 (1837))

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sind, der von. der Schenkung hergenommene Unter-
scheidungsgrnnd aber nicht durchgrrift, weil dieser
bei Mobilien eben so gut gelten würde.
L) Die Stellung dieses §. und der von der sedes
materiae hergenommene Grund will auch nichts
entscheiden, und läßt sich auch recht gut für meine
, Ansicht erklären. Ter dritte Abschnitt des Listen
Titels handelt im Allgemeinen von dem eingeschränk-
ten Gebrauchs- und Nutzungsrechte fremder Sachen.
Unter diese Kathegorie gehört auch das Prekarium,
worüber auch als Vcrtragsart im A. L. R. nirgend-
anders gehandelt wird, als hier. Es ist aber un-
richtig, wenn Dt. Sommer sagt: „der Leihver-
trag als genus theilt sich also in den Leihvertrag
im engern Sinne, wirklichen gültigen Lcihvertrag,
'Commodatum, und in Precarium.7/ Einen
Leihvertrag als genus kennt die Jurisprudenz nicht,
man kann das Precarium eben so wenig eiue
Species des Coinmodats nennen, als die Pacht,
den Ususfructus, usus und die Antichrese; bei allen
wird eine Sache zum Gebrauch eingeräumt, aber
auf verschiedene Weise, bei der Pacht und Antichrese
nicht unentgeltlich, beim Precarium nicht auf eine
bestimmte Zeit, der Ususfructus aber kan» nicht
blos durch Vertrag, sondern auch durch Testament
und Gesetz ekngeräumt werden. Es wird aber
gewiß Niemanden einfallen, jener Aehnlkchkeit wegen,,
die Antichrese, oder die Pacht eine Species des
■ Commodats zu nennen. Daö Precarium ist
mithin hier nicht als eine Species des Commodats,

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