Full text: Neues Archiv für preussisches Recht und Verfahren, sowie für deutsches Privatrecht (Jg. 3 (1837))

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wegen persönlicher Eigenschaften der Contrahente», über-
haupt übergeht. — Es bedürfte nun nach dem Gesagten
wohl keiner weitern- Rechtfertigung des Satzes, daß Fol-'
gendcs die Theorie des A. L. R. sey: „Zille Vertrüge
über das Eigenthum eines Grundstücks müssen nothwcndkg
gerichtlich oder notariell geschlossen werden; alle privat-
wrnn auch schriftlichen Vertrüge sind ungültig, letztere
haben jedoch in so fern' Wirkung, als ihnen die Kraft (/
von Punctationen beigelegt ist."*) Allein wenn es noch
Roth thäte, so würde hier allerdings auch noch der §. 233.
Tkt. 21. Thl. 1. A. L. R. zn Hülfe kommen.
§.3.
Bei dem Vorhkngesagten fehlte es im Zl. ?. R.
noch an einer Bestimmung darüber, nach welchen rccht-
. lichen Grundsätzen Derjenige zu behandeln .sey, der in
den Besitz eines Immobile auf Grund eines blos münd-
lichen Vertrags gekommen ist? Diese Bestimmung ist
nun hier gegeben und damit die Theorie vollendet. Man
will diesen §. zwar blos auf den Leihvcrtrag beziehen ;
allein dagegen spricht, '
1) daß Immobilien als Objecte eines Leihvertrags höchst
selten Vorkommen. Am ersten könnte noch der Fall
. . bei einer Wohnung Vorkommen; , allein es läßt sich
. nicht er'nsrhcii, weshalb solchen Falls stets ein schrift-
licher. Vertrag gefordert würde, da doch Mieth-
1 vertrüge unter 50 Thlr« ohne alle Form zulässig

*) Die durch duS Gesetz vom 23. April 182» veranlaßte
Veränderung ist bereits erwähnt.

in.

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