Full text: Volume (Jg. 3 (1837))

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jur Wahl zugleich mit der Verpflichtung verbunden -ist,
durch dieselbe die Ncaliflrung dieses vertragsmäßig fest-
gestellten Endzweckes herbeizuführen, so enthält die Bcfug-
niß einer jeden Parthei zur Erwählung eines, ihr be-
sonderes Zutrauen genießenden, Subjekts zugleich
wesentlich die nähere Bestimmung, daß das, von ihr zu
ernennende Subjekt zugleich ein solches scy, welche- dem
Gegner keine gegründete Veranlassung zum Mißtrauen
gegen seine Tüchtigkeit, Unparteilichkeit und Gerechtigkeit
darbietct. Tie Wahl jeder Parthei darf sich also hier
nur in dem Kreise solcher Individuen bewegen, denen die
Gegcnparthei, (abgesehen von besonderem Person«
l k ch e m Zutrauen und individueller, von zufälligen
Bedingungen abhängiger, Ueberzcngung) ans allge-
mein gültigen Gründen ihre Zustimmung nicht ver-
sagen könnte. Es ergibt sich hieraus von selbst, daß
nach der Natur und Absicht des Geschäftes der Gegen«
parthei das Recht zustehen muß, eine Wahl,
gegen welche solche Gründe obwalten, als csntractwidrig.
zu verwerfen, und daß ihr diese Vefugniß so lauge
zustehen muß, als sic nicht ausdrücklich, od-r stillschwei-
gend z. B. durch Einlassung vor dem gewählten Schieds,
richten, die gegnerische Wahl genehmigt hat.
Es entsteht daher hier das Bedürfniß allgemei-
ner Grundsätze, nach welchen die Zulässigkeit der
Wahl, und die Qualifikation des Erwählten in conoreto
zu beurthrilcn ist, ein Bedürfniß, welches bei dem früher
abgehandelten Falle nicht vorhanden war, weil hier die
Tüchtigkeit des Gewählten durch die gemeinsame indivi-
duelle Ueberzengung beider Theile, welche sich durch die

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