Full text: Volume (Jg. 3 (1837))

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sich tut Besitze der ihm verpachteten Realitäten, und brauch:
den. Besitz nicht früher aufzugebcn, als bis er hiezu vcr-
urtheilt wird, er kann eine Ermissionsklage ruhig abwar-
ten, sein Recht cknredeud gelten machen, ohne daß er
dicscrhalb nöthig hätte, klagend aufzutreten. Wollte der
. Provokat sein rinredend zu schützendes Recht schon jetzt
klagend geltend machen, so würde derselbe durch den dila-
torischen Einwand, daß die Klage zu früh angestcllt,
indem er in seinem Pachtbesitze vom jetzigen Provokanten
noch nicht gestört seye, zurückgcwiesen werden. — Es kann
■ daher auch der Provokat, für den noch kein Klagcrccht
erwachsen, zur Anstellung einer Klage nicht gezwungen
werden; hierin kann auch der vom Provokanten behauptete,
und vom Provokaten als richtig nachgegebcne Umstand,
daß die Realitäten bereits an einen andern verkauft,
keinen Unterschied machen, indem hierdurch das Recht
des Provokanten nicht beeinträchtigt werden kann, und
Provokant sich die dadurch allenfalls entstandenen Stach-
thekle selbst bckmessen muß. ES mußte daher, wie ge-
schehen, iu der Hauptsache erkannt werden, und ist die
Verurtheilung in die Kosten Folge der Succumbenz in
der Hauptsache.
Auf die erhobene Appellation bestätigte das Hofge-
rkcht zu Arnsberg durch ein am 9. Janunar 1834 ver-
kündetes Erkenntniß das erste Urtel.
Gründe.
Der Verklagte hat vom ■ Kläger das Heitmanns
Wohnhaus nebst Grundstücken gepachtet, und ist noch in
dessen Besitz. Kläger behauptet nun, diese Pacht endige
mit Martini d. I, Verklagter habe sich aber berühmt,

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