Full text: Neues Archiv für preussisches Recht und Verfahren, sowie für deutsches Privatrecht (Jg. 3 (1837))

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einkassirten Gelder lediglich in ihrem Namen. — So ganz
ausgemacht ist die Sache aber nicht. Laßt man einmal
nach, der Natur des ekgrnthümlichen Geschäfts— wonach
nämlich die Kauflcute in kleineren Orten in den Handels«
stadten Bankiers haben, bei denen sie bis zu einer be-
stimmten Summe Credit genießen, und denen sie Wechsel
, zur Einziehung und Gut sch re ibung, nachdem sie
eingegangen, senden — die Ausnahme zu, daß der
Aussteller das Risico bis zur Einkassirung trage, so liegt
es auch sehr nahe, den Remittenten, der nun einmal doch
nicht wohl anders denn als Mandatar handelt, nur für
Versehen in der Auswahl seines Substituten oder im
ferneren Verlauf der. Sache haftbar zu halten. Die kn
der fraglichen Sache, dcpom'rte Meinung der Kaufleute
über rin solches herkömmliches Verhältniß war schwerlich
so gewkchtlos, als die Richter geglaubt. Natürlich wer-
den solche Bankiers ihre Provisions-Satze steigern, wenn
sie solche Gefahr tragen sollen.
In N. 45. (S. 439.) wird die sehr zweifelhafte
Frage, ob bei Realrcstcn die Appellation, ohne daß die
Hauptsache die appellationsfähkge Summe hat, statt finde,
vom zweiten Senat des Ober-Landesgerichts z» Naumburg
'bejahend erttschieden auf Grund von, §. 4.a A. G. 0.1.
14. §. 60. A. G. O. I. 29.
. ,N. 46., (S. 442.) bringt die Entscheidung des
Ober-LandesgerkchtS zu Hamm, der zweiten Senate der
Ober-Landesgerichte zu Münster und Kalberstadt, daß die
Vertretungs-Verbindlichkeit der Verwalter von Kirchenvcr-
rnögcn, die ohne Consens der geistlichen Oberen Capitalie»
ausleihen, sich «nr auf denjenigen Theil des ausgeliehenen

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