Full text: Volume (Jg. 3 (1837))

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Grundsätze der actio pnliliciana im Landrechte zu finden
glaubt, nicht einmal eine» titulirten Besitz hat, entwendet
und von dem Entwendenden weiter veräußert wird, so
kann er sie von dem dritten Besitzer nicht wieder ein»
fordern. Das ist nun freilich der Natnr des Besitzes
gemäß, aber cs wiedersprscht jenem Geiste der Sittlichkeit,
welcher das Landrecht durchdringt, in dem Falle, wenn
der Dritte unredlich besitzt, insbesondere, wenn er grade
die widerrechtliche Ergreifung von Seiten seines Auctors
kennt und sich so derselben gewissermaaßcn theilhaftig
macht. Ohne Zweifel ist ans einer derartigen Erwägung
der §. 178 eit hervvrgegangen, und weil hier sonach
dem redlichen Besitzer nicht aus eigentlich civilistischen,
sondern vielmehr aus sittlichen Gründen der Vorzug vor
dem unredlichen eingeräumt ist, so scheint cs auch hier
nur darauf ankommen zu können, daß der eine die
Widerrechtlichkeit seines Besitzes kennt oder kennen muß,
' und der andere sie ohne sein Verschulden nicht kennt,
so daß' auch diese Stelle der obigen Entwickelung in
keiner Weise entgegesteht. Die Stelle kömmt unbedenklich
auch unserm Contrahenten zu Statten
3. zu §. 26» 1. 15. Wenn das mündlich vcr,
äußerte Immobile später von einem Dritten vindicirt
wird, kann unser Contrahent wegen der Redlichkeit seines
Besitzes von dem Bindrkanten die Erstattung des ge,
zahlten Erwerbspreises verlangen? Ich glaube, nein!
Das Recht soll der haben, welcher die Sache durch
lästigen Vertrag an sich gebracht hat; es fordert seiner
Natur nach die Beziehung auf einen bestimmten Erb-
werbsgrund, es gebühret nicht dem redlichen Besitzer,

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