Full text: Volume (Jg. 3 (1837))

forderni'ß, sondern nur als den Grund der erforderlichen
bona fides; diese bona fides aber als dasjenige zu
betrachten, worauf einzig die Usucapion beruht. Diese An--
sicht führte leicht zu einer immer größeren Begünstigung
des titulus putativus und sodann weiter zu der Frage,
wie sich denn von dieser bona fides die andere unter-
scheide, welche nicht die ordentliche Ersitzung kn 10 Jahren,
wohl aber die der länger» Zeit begründet.*) Man ge«
langte zur Annahme von Arten oder Graden der Red-
lichkeit; man unterschied zwischen einer positiven und
blvS negativen bona fides. Eine solche Gradation liegt
allerdings in der Natur der Sache, sic ist aber nicht kn
die Terminologie des Landrcchts übergegangen, und, da
die Redlichkeit nicht blos bei der Frage, bei welcher man
jene Gradation zunächst entwickelt hat, nämlich bei der
Verjährung, sondern bei manchen andern Punkten in
Betracht kömmt, so kann jene Ansicht, womit man die
besondere Hualification des Usucapkons-Besitzcs unter den
Gesichtspunkt der Redlichkeit bringt, gar leicht auf Ab-
wege führen, wenn man nicht die Begriffe strenge sondert,
und genau frststellt, was unser Gesetzbuch unter Redlichkeit
verstanden haben will, da, wo es davon ohne weiteren Zusatz
redet. Hierin nun scheint man es nur versehen zu haben;
es scheint mir aber auch, daß man selbst kn der Ver-
jahrungslrhre über das Wesen der mindern Redlichkeit,

*) Dergl. Unterholzner, gesammte Verjährungslehre §. 104.;
Zeitschrift von Simon und von Strampff, Bd. 11.
S. 232.; Bornemann, systematische Darstellung de»
preuß. Civilrechts Bd. II. S. 197. ■

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