Full text: Volume (Jg. 3 (1837))

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Das besprochene Gesetz bestimmt also nur für den
Lci'hvcrtrag über Immobilien und Rechte eine besondere
Form und setzt eine besondere Folge der verabsäumten
Form fest I» letzterer Beziehung kann man darin,
wenn man die Sache spitz nehmen will, allenfalls für die
Besitzlheorie etwas Eigcnthümliches finden. Wie die Ent-
stehung des Besitzes überhaupt, so mag auch die des
Besitzes eines Rechts und des damit verbundenen un-
vollständigen Besitzes der Sache nicht abhangen von dem
wirklichen Bestehen des Rechts, sondern nur von der
Meinung, womit der Gegenstand des Besitzes in Gewahr-
sam genommen wird. Wenn nun mündlich die Essen-
tialien des Leihvcrtrags nach §. 230 1. c.. vollständig
verabredet und in der Meinung, das solchergestalt be-
stimmte Gebrauchsrecht zu übertragen und zu übernehmen,
die Sache dem Lecher cingeraumt und von ihm ange-
nommen wird, dann, sollte man meinen, müsse dieser wirk-
licher Besitzer des Gebrauchsrechts, also nicht bloßer
Inhaber, sondern unvollständiger Besitzer'
der Sache werden. Der §. 233 c!t. besagt nun aber

außergerichtliche schriftliche Cessio» d. h. die den Besitz
übertragende Erklärung der wirklichen Uebergabe? (§. 377.
I. 11.) oder ist sogar, da. die Forderungen zu den beweg-
lichen Sachen gehören, in dem Falle eine mündliche Ueber-
tragung hinreichend, in welchem sonst die Cesston keiner
Schrift bedarf? (§. 39Z ff. ibid.) Der §. 233. 1. 21.
konnte darauf hindeuten, daß mindesten» überall Schrift
erforderlich (cvnf. §. 395.1. 11.), diese aber auch genügend
sey.

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