Full text: Volume (Jg. 3 (1837))

sessenen Rechts?) Man deutet hier mit dem „preosrio"
an, daß das Leisten, Dulden oder Unterlassen, welches
an und für sich eine Bcsitzerwcrbung bewirken könnte,
nicht in der Voraussetzung ekncS Rechts, sondern nur
aus Gefälligkeit geschehen sry, Allg. L. R. I. 7. §. 106«,
wonach es sich dann von selbst versteht, daß durch diese
Handlungen' ein Besitz nicht entstehen kann. Das preca-
rium bedeutet hier gar nicht ein fortdauerndes Rechts-
oder Besitzverhültniß, sondern nur eine Eigenschaft frü-
herer Handlungen, welche diese Handlungen in Bezug
auf die Besitzfrage ganz bedeutungslos macht. Denn eine
solche Bcsitzerwerbung hat das Eigcnthümliche, daß sie
mit dem Besitze zugleich dessen Gegenstand schaffen muß;
es muß das Recht selbst, wenigstens in der Joee, erst
indkvidnalisirt werden, der snimus hat hier eine doppelte
Bedeutung, fehlt er, dann ist nichts da, dessen Besitz
erworben werden könnte; es kann nicht nur kein Besitz,
sondern nicht einmal die Gewahrsam entstehen. In so
weit kann dann bei Rechte» von einer precaria po?-
sessio eigentlich nicht die Rede seyn.
Bei körperlichen Sachen dagegen und überhaupt
allenthalben, wo der Gegenstand des Besitzes bereits firirt,
was sich dann nach Umständen allerdings auch bei Rech-

2) Vielleicht würde das Allgemeine Landrecht in mehrerer Hin-
sicht an Bestimmtheit gewonnen haben, wenn dieser Un-
terschied schärfer hervorgehvben wäre. Ich werde mir über
diesen Punkt, der mit der uns hier beschäftigenden Frage
nicht in unmittelbarer Verbindung steht, späterhin einige
Bemerkungen erlguben.

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