Full text: Volume (Jg. 3 (1837))

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der Theilung, kein Recht mehr daran hatte.
Das Stamm gut war also auf der einen Seite damals
theilbar, auf der anderen aber wurde es als Fa-
mi lien-Eigenth um betrachtet, weil die Einwilligung
von Frau und Kindern, Brüdern und Schwestern zur
Veräußerung erforderlich war.
Zwei Jahre spater verkaufte in ähnlicher Weise
der Castellan Johann von Padbrg von dem ihm
mit zugefallenen Gute Bering Hausen, so viel Aecker,
daß sie ungefähr einen Mansus ausmachten — partem
agrorum — circa mansum unum _ ajt das
Kloster Bredelar. Hierdurch wurde ebenfalls Stamm-
gut gctheilt und veräußert, denn Beringhausen war schon
seinem Grosvater Gottschalk von Padberg 1170
, vom Erzbischof Philipp für Bredelar vertauscht
worden, auf welchem dieser das Kloster stiftete.
Die gleiche Ansicht von der Gcntilität der Güter
auf der einen und von ihrer Theilbarkeit und Deräußer-
lichkeit auf der anderen Sekte, ohne Berücksichtigung ihrer
Stammgutqualität erhielt sich auch in den folgenden
Jahrhunderten, wie sich -durch eine. Reihe von Urkundcn-
auszügen leicht Nachweisen ließe, wenn dadurch diese Be-
merkungen nicht zu weitläufig würden. Es wird deshalb
auf das bald .erscheinende Urkundcnbuch des Verfassers
zur westfälischen Geschichte Bezug genommen.
So.wie nun hienach die Gentilität der Güter ihre
Theilbarkeit nicht hinderte, letztere vielmehr in den Städten
alles Familie,lgut !n Wekchbildgut umzuwaudcln anfing.

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