Full text: Volume (Jg. 3 (1837))

daß die Güter desselben durch Töchter sehr leicht aus
einer Familie in die andere übergiengcn, so konnte sich
der strenge Begriff des Stammguts, wie er eben ge-
' schichtlich entwickelt worden, und wie er theilweise noch
in den ältesten Stadtrechten festgehalten war, mit agna-
tischer Consequenz — sit venia verbo — nicht er-
halten. Dieser mußte vielmehr unter den entwickelten
Zeitverhältnissen in Stadt und Land, dem eben angegebe-
nen milderen und doch' umfassenderen weichen. Es ist
deshalb nichts gewöhnlicher in Westfalen, als daß die
Güter wovon eine Familie den Namen hat und wovon
sie urkundlich gewiß herstammt, die Stammgüter
anderer Familien sind. Nur in solchen Fällen, wo in allen
Generationen Söhne, ohne Unterbrechung durch Töchter,
auf die Bätcr folgten, oder wo besondere Familienfidei-
commisse die Töchter für immer voir der Suecession aus-
schlossen, findet man, daß die Stammgüter einer Familie
seit Jahrhunderten dieselben geblieben sind.
2) Alles von dem Erblasser selbst erwor-
bene Gut, gehört nicht zum Stamm- sondern
zum Erb gute» In dieses Erb- und jenes Stamm-
gut wird folgendermaaßen succedirk:
3) Der älteste Sohn erhält alle Stamm-
güter ausschließlich. Die Töchter erhalten
davon bei ihrer Verheirathung eine Aus-
stattung, oder wenn sie unverheirathet blei-
ben, eine angemessene Versorgung. Wie groß
jene Ausstattung und wie diese Versorgung sepn müsse,
darüber gebrach cs von jeher an aller näheren Bestim-
mung. Früher brachte man die Töchter, welche nicht

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