Full text: Volume (Jg. 8 (1843))

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gebotenen Möglichkeit bestehen, bei wiederholter Prüfung
desselben Gegenstandes vor verschiedenen Nichterstühlen,
jede durch Zweifelhaftigkeit deS RechtSpunkteS oder Ver-
wickelung der thatsächlichen Umstünde mstivkrte Mei-
nungsverschiedenheit genügend geltend zu machen und so
dem Jrrthume möglichst vorzubeugen. Wir verlangm
für AppellatkonSi» und Revisionshöfe eine größere juri-
stische Gediegenheit, und dieS Desiderat wird leicht aus-
führbar sein, wenn aus den tüchtigsten Untergerichts-
beamten künftig die Obergerichte zusammengesetzt und
aus diesen wieder die auserlesensten Mitglieder zu Re«
visionsrüthen befördert werden. Oeffentlkchkeit und Münd-
lichkeit der Rechtspflege würden die tüchtigsten Subjekte
besser als alle Konduktenlisten in's Licht bringen. S. 43
kommt der Derf. in der Note auf eine angebliche Krank,
heit der Rechtspflege, die Verschiedenheit in der Be-
handlung und in den Rechtsmitteln der Prozesse, zu spre-
chen. Daß für Bagatellprozesse ein besonderes Verfah-
ren stattfindet und die Rechtsmittel beschränkt sind, fin,
den wir ganz in der Ordnung. Mag es auch wahr
sein, daß einem armen Manne einige Thalcr mehr werth
sein können, als einem reichen tausend, so liegt es doch
im Interesse des Publikums selbst, daß der Aufwand,
welcher auf einen Prozeß verwendet wird, einigermaaßen
im Verhältnisse mit dem Werthe des Streitobjektes steht.
Niemand setzt ein Huhn daran, um das Ei zu retten,
wie das Sprüchwort sagt, und der Staat wird nicht
Unrecht haben, wenn er bei seinen Einrichtungen das
Verfahren eines jeden vernünftigen Mannes sich zur
Richtschnur nimmt» Für kleine unbedeutende Sachen

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