Full text: Volume (Jg. 8 (1843))

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für einen mehr als zehnjährigen Zeitraum gefordert
werden könnten '
. Zn denjenigen Landesthrilen, in welchen die eheliche
Gütergemeinschaft eingeführt ist, bleibt dieselbe bei der
Verheirathung einer unter Vormundschaft stehenden Per-
fon vorläufig ausgeschlossen Nach Aufhebung der
Vormundschaft hat der gewesene Pflegebefohlene die
Wahl, ob er die Gütergemeinschaft eingehen will oder
nicht69). Der §. 791 a. a. O. bestimmt nun wört-
lich Folgendes:
Die Wirkungen der Gütergemeinschaft erstrecken sich
ans den Anfang der Ehe zurück, wenn die gewe-
sene Pflegebefohlene h^ei'Monate verstreichen
läßt, ohne sich zur Ausschließung der Gemeinschaft
zw erklären und die gehörige Bekanntmachung zu
suchen.
Das Justiz-Ministerium geht von der Ansicht aus,
daß diese Vorschrift auf männliche Pflegebefohlene keine
Anwendung findet, daß diese vielmehr ihre desfallsigen
Erklärungen sogleich nach erlangter Großjährigkeit ab-
geben müssen 70). Diese Auslegung ist ebenfalls sen-
tentionando verworfen worden 7I).
Der Grundbegriff der ehelichen Gütergemeinschaft
wurde in der neuern Rechtsgeschichte ganz verkamt.

67) Simon und v. Strampf Rechtsspr. a. a. O S- r47.
66) §. 782 det A. L. A. II. 18-*
eS) §§ 785, 789 «• 790 l. c.
70) Reser. v. 14. Aug. 1820. Zahrb. Bd. 16 S> 32—42.
7») Rkchtssprüche Bd. U S. 342-

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