Full text: Volume (Jg. 8 (1843))

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Inventars über den elterlichen Nachlaß, behufs Fest«
stellung seines Pflichttheilcs, zu bestätigen und die
Kosten dieser Instanz ihm allein zu Last zu legen.
Von Rechtswegen.
Gründe.
Beide Partheien, und mit ihnen auch die Richter
erster und zweiter Instanz, sind darüber einverstanden,
daß nach Rüthencr Recht unter Eheleuten Gütergemein,
schaft mit der Wirkung gilt, daß das beiderseitige Ver«
mögen durchweg zu einem einzigen zusammenschmilzt,
ohne daß an dieser Einen Oniversitas dem Einzelnen
etwa auch nur in der Vorstellung eine Quote als sein
besonderes Vermögen zugcschricben würde. Bei einer
Gütergemeinschaft mit diesem Grundprinzip gebührt nun
zwar gemeinhin im Verkehr unter Lebendigen
dem Manne allein das Dcrwaltungs- und Verfügnngs»
recht; doch liegt hierin eben so wenig ein Widerspruch
mit dem vollen Mit eigen thumsrechte der Frau,
alö daraus ein Argument für das einseitige letzt,
willige Verfügungsrecht selbst nicht deS Mannes
abzuleiten ist« Freilich möchte die aus dem Condo-
minio in solidum fließende Nothwendigkeit einer be,
ständigen Willenscinigkeit aller Sammteigen-
thümer bei allen Dispositionen die rechtliche Möglichkeit
eines solchen Rechtsverhältnisses unter zwei selbststän-
digen Personen auszuschließen scheinen. — Bei ei-
nem Ehepaare tritt jedoch zu seiner eigenthümlichen
innigen Vereinigung nach der Persönlichkeit, und der ebm
hieraus, wie es scheint, ganz konsequent hervorgegan-

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