Full text: Volume (Jg. 8 (1843))

458

di« Gemeinde erwerben; diese Handlungen find nur als
unbefugte Eingriffe in das Korporationsvermögen zu
betrachten. Nur die Handlungen der Repräsentanten
oder Vorsteher können hier entscheiden, ohne daß eS auf
rinrn Beschluß der Korporation ankommen kann.
Dergl. v. Savigny, System II. Bd. S. 292, 293
u. Note v.
Nehmen etwa die Gemeindemitglicdcr die Besitzhand,
lungen nur zum Besten der Korporation vor, fällen
z. B. Holz und bringen den Erlös zur Gemeindekaffe,
so könnte allerdings die Frage entstehen, ob der Besitz
hier durch die Handlungen der sämmtlichen Mitglieder
über der Mehrheit der Mitglieder erworben werde oder
,b ein Beschluß der Korporation vorhergehen müsse?
Diese Art der Besitzergreifung ist an und für sich der
rechtlichen Natur der Korporation m'cht angemessen, da
juristische Personen nur vermöge einer Fiktion Persön-
lichkeit haben und eines unmittelbaren Bewußtseins gar
nicht fähig sind. Las Bewußtsein auch der Gesammt,
heit der Korporationsmitglieder ist nicht das der Kor-
poration selbst. Läßt aber einmal eine Gesetzgebung,
wie eS daS A. L. N. offenbar nach Thl. I. Tit. 7.
.§. 26 beabsichtigt hat, nicht blos die Vorsteher oder
die Vertreter der juristischen Person an die Stelle der
juristischen Person treten, so muß eS auch für genügend
erachtet werden, wenn die Mehrheit der Mitglieder solche
Handlungen vornimmt. Legt doch das A. L. R. Thl. I.
Tit. 7. ,§. 26 folg, auch in Ansehung der Redlichkeit
oder Unredlichkeit auf den Glauben der mindern Zahl
Zar kein Gewicht. Daß hierbei übrigens noch ein be-

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer