Full text: Volume (Jg. 8 (1843))

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vermöge einer bloßen Begünstigung in Besitz genommen
habe, enthält keine Abweichung von den allgemeinen ge-
setzlichen Bestimmungen über den Besitz und die Ver-
jährung von Rechten, und findet daher auch auf die
dreißigjährige Verjährung Anwendung. Ein elegant aus-
geführter Plenarbeschluß, bei dem übrigens zugleich aus-
geführt, daß aus dem Nachweise der ruhigen und ungc,
störten Ausübung des Rechts die Besitznahme des Rechtes
als vorhergegangen von selbst folge. Man muß das
Leben schlecht kennen, wenn man einen feierlichen Akt
der Erklärung, daß man jetzt Besitz ergreifen wolle, noch
besonders erfordern wollte; aus dem Zustande folgt von
selbst dessen Anfang. TieS muß dann auch vom Be-
sitze von Gemeinden gelten, von dem man, gerade je
älter und ehrwürdiger er ist, um so seltener Nachweisen
kann, daß er förmlich von den Repräsentanten oder der
Majorität der Gemeinde ergriffen. Ein vernünftiger
Richter muß aus dem bestehenden Zustande beurtheile»,
ob der Besitz von den Einzelnen Namens der Gemeinde
ausgeübt worden. Nicht selten wird hier von den Rich-
tern durch Engherzigkeit gefehlt.
Nr. 19. (S. 182.) Wenn bei Märkischen Lehnen
in dem Hypothekenbuche keine Agnaten vermerkt sind, so
hat auch ein Ällodialgläubigcr, dessen Forderung ohne
Consens der Agnaten eingetragen ist, bei der Concurrenz
mit gesetzlichen Lehnsschnlden auf Befriedigung aus der
Substanz des Lehns, nach der, durch die Zeit der Ein-
tragung bestimmten Ordnung, Anspruch.
Nr. 20- (S. 193.) stellt die Ansicht des Ober-
Tribunals auf, daß bei einem Vertrage der Contrahent

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