Full text: Volume (Jg. 8 (1843))

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wtlligung des Gutsherrn vorhanden, dann kam- es
auf einen Consens der Kinder nicht-- weiter an.
Nun ist diese gutsherrliche Einwilligung, in so weit
sie nicht in dem Gesetze vom 21. April 1825 wieder
ausgenommen ist, abgrschafft und werden daher, in so
weit nicht die durch jenes Gesetz wieder hergcstellten
Rechte des Gutsherrn entgegenstehen., solche Kontrakte,
wodurch der Kolon das Gut aus der Familie an dritte
Personen veräußert, so daß er selbst sich dessen völlig
begiebt, im Gegensätze zu denjenigen Kontrakten, wo-
durch er in der Familie blos anstatt des berufenen An-
erben einen Andern substituirt, sonst aber z. B. die
Regierung des Kolonats behält oder als Leibzüchter
oder auf andere Art in dem Nerus zum Kolonate, —
als rechtsbcstandkg angesehen werden müssen, mithin
auch die ohne Consens deö Anerben konstituirten Hypo-
theken zu Recht bestehen.
Solche gänzliche Veräußerungen können z. B. Vor-
kommen, wenn der Bauer mit seiner Familie das Land
verläßt, oder städtisches Gewerbe ergreift, oder wenn
er zwei Kolonate besitzt und eins verkaufen will, um
die -Schulden deS anderrr abzutragen.
Ob aber der Fall einer gänzlichen und rechtsbcstän-
digen Veräußerung, oder nur dex Fall der Substitni-
rung eines andern Anerben vorhanden seir, das wird
in jfbcm, einzelnen Falle aus den. Umständen beurtheilt,
und darüber zuvor der bethciligte Anerbe gehört werden
müssen.
Das Kollegium wird nun zu entscheiden haben, ob
es bei, der oben entwickelten, bisher hier im Lande gel-

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