Full text: Volume (Jg. 8 (1843))

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tcrschicd dieser Gegenden von denen, wo kodificirtes
Recht gegolten hat!
Durch alles dies im Zusammenhänge Genommene
erscheint so viel erwiesen zu sein, daß in unserm Bezirke
die Eltern nicht allein weder direkt noch indirekt di«
Günstige Succesiion in ihrer Familie ändern könnten,
sondern daß es auch dabei auf den Gutsherrn gar nicht
ankam, daß das Recht des Berufenen ein eigenes und
unmittelbares war, also:
a) daß die Eltern nicht durch einseitige letztwillige
Verfügungen das Anerberccht anfbeben oder um-
gehen konnten;
b) daß sie dies ebensowenig durch solche dispositio-
ne« inter vivos vermocdten, wodurch sie, statt
des Anerben, einem der andern Kinder erster oder
zweiter Ehe, oder dem aufheirarhenden Ehegatte»
das Erbe übertragen wollten;
e) daß der Gutsherr bei Bestimmung des Gutsnach-
solgers in der Familie überhaupt nicht mitzureden
harte, nnd daß seine Rechte am -Hofe es nicht
waren, durch welche das Recht , des Anerben 'seine
Sicherheit erlangte, daß dies vielmehr für'-sich
bestand und folglich auch noch jetzt besteht.
d) Was dagegen die eigentliche VersplitterNng -des
Guts, so.wie besten Verpfändung betrifft, so wa,
,ren sie durch die Polizei-Ordnung von 1655- und
das Edikt vom 11. Sept. 1726 an die Bewilli-
gung des Gutsherrn geknüpft, und ohne diese
gänzlich verboten und nichtig. War aber die Ein-

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