Full text: Volume (Jg. 8 (1843))

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der einzelnen Rechtssphären hält und aus diesem Stande
punkte heraus eine Ausgleichung des Kollidirenden ver-
sucht, vielmehr gencralisirend und aus allgemeinen Prin-
zipien und Ideen abstrahirend über denselben steht, eine
Methode, die nur etwa Material für eine neue beschaf-
fene, keineswcgcs aber die Erläuterung der bestehenden
Gesetzgebungen in ihrem Zusammenstöße zum Resultat
haben kann.
Die gegenwärtige Erörterung hat es sich vorgesetzt,
die Gesetz-Kollisionen vom Standpunkte des Preußischen
Rechts aus zu beurtheklen; sie darf daher vor Allem
nicht verkennen, daß sie ihren Stand- und Ausgangs-
punkt zuvörderst innerhalb der Preußischen Gesetzessphäre
zu nehmen und von diesem aus zu fragen habe: wie
sind die Fälle der Gesetzeskonflikte nach Preußischen
Rechten zu entscheiden?
(Bergl. hierbei auch Rinteln in v Kamptz Jahrb.
Bd. 39 pag. 99.)
Das A- L. R. normirt die Rechte und Pflichten
der Einwohner des Staats, sofern dieselben nicht
durch besondere Gesetze bestimmt sind (Einl §. 1). Hier-
nach scheint die Kollisiousfrage für Ausländer und
Inländer, welche anderen Gesetzen unterworfen sind,
überhaupt nicht nach Preußischen Rechten beurtheilt wer-
den zu können. Diese Ansicht ist aber keinesweges be-
gründet. Denn jene Bestimmung wird zuvörderst rück-
sichtlich der Fremden hinterher dahin modificirt, daß für
wirkliche Fremde, welche im hiesigen Lande leben oder
Geschäfte treiben, nach Preußischen Gesetzen beurtheilt
werden soll, welche Gesetze für das Geschehene maaß-

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