Full text: Neues Archiv für preussisches Recht und Verfahren, sowie für deutsches Privatrecht (Jg. 8 (1843))

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tigkeit abznwenden (v. S avigny röm. Recht IL'.
S. 368 u. 369, VI. S. 305 u. 306). Daß eia
Jrrthum des Usucapienten eine nothwendige Bedingung
der Verjährung sei, worauf er sich beziehen und wie er
beschaffen sein müsse, versieht sich nicht von selbst, son-
dern hängt von positiven Bestimmungen ab, wie denn
überhaupt die Verjährung positiven Rechtens ist (Suarez
allgem. Vorbemerk, zum gedruckten Entw. des Titels
von der Verjährung. — Simon und Strampff
Mat. re. S. 501).
Der Grund, welcher dem sofortigen Eigenthums-
erwerbe entgegensteht, kann bestehen nicht nur in dem
fehlenden Eigenthume des Auktors (welches freilich der
Hauptfall der Usucapion ist), sondern auch darin, daß
das Dasein des Rechtsgeschäfts selbst blos irrigerweise
von dem Erwerbenden angenommen wird, in der Hand-
lungsunfähigkeit des Veräußernden, in der fehlerhaften
äußern Form oder in dem Inhalte der Handlung selbst,
wodurch das Eigcnthum erworben werden soll. Jedes
dieser Hiirderniffe kann einzeln oder vereint mit einem
andern cintreten. Es läßt sich deshalb eine zweifache
Richtung und Wirksamkeit der Usucapion denken, näm-
lich nicht nur gegen einen Tritten als wirklichen Eigen-
thümer, sondern auch gegen denjenigen selbst, von wel-
chem der Usucapient sein Eigcnthum herleitet. Für diese
verschiedenen Fälle scheint cs am einfachsten und natür-
lichsten, mit den Revisoren des Landrcchrs (Ennch. a. a. Q.
S. 413) das Vcrhaltm'ß, welches durch einen aus
irgend einem Grunde nicht zu Recht beständigen Ver-
trag zwischen den Contrahenten begründet wird, von

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