Full text: Volume (Jg. 8 (1843))

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5.
Nach der Allerhöchsten Intention soll den Justiz»
Kommissarien - Kollegien eine Konkurrenz bei Besetzung
der Justiz-Kommissarien-Posten etngeräumt werden. Matt
darf dieses Zugestandniß zwar mit großem Tanke an»
nehmen, cs wird aber nothwcndkg sein, zu verhüten,
daß den Advokaten-Kollegien der Vorwurf des Nepo»
tismus mit Grund gemacht werde. Die alten Zünfte
wurden vorzüglich durch die Beschränkung der neuen
Mitglieder auf Meistcrkindcr oder Gatten von Meister»
töchtcrn so verknöchert, daß ihre endliche Aufhebung
kaum irgend Bedauern erregte. Die Advokaten würden
das Zutrauen, dessen der König durch die angeführte
Allerhöchste Intention sie würdigte, nicht verdienen, wenn
sie nicht wünschten, daß ihr Stand nur die fähigsten,
die wissenschaftlichsten Juristen zu neuen Mitgliedern er»
halte, ohne Rücksicht, ob sie Söhne oder Schwieger-
söhne der Kollegen sind. Ter Stand muß, um in An-
sehen zu bestehen, immer frische Säfte erhalten. DaS
Jsoliren nnd Abschließen wollen wir Anderen überlassen.
Auch die' geschichtlichen Rechte unserer altrömischen Kol-
legen können hier nichts entscheiden; nicht alles Ge-
schichtliche ist gut. Tie Zeit fordert in Allem Vorwke»
gen des öffentlichen Interesses, Vermeiden des Egois-
mus. — Tie heutigen Wünsche der Advokaten dürf-
ten' sich auf folgende beschränken: Erstlich wird die
Matrikel der für jedes Gericht erforderlichen Advokaten
sestzustellen sein, und bei einer beabsichtigten Vermehrung
daS Gutachten des Advokaten »Kollegs zuvor «inzuhole»
-vm., 21

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