Full text: Volume (Jg. 8 (1843))

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angeführt habe, aus welchen sich der vollständige Be,
weis ergiebt, daß der Verklagte seine Verpflichtung nicht
nur gekannt, sondern sich derselben auch vorsätzlich un,
redlicher Weise entzogen habe. Weder die eine noch die
andere Voraussetzung liegt hier vor, und namentlich kann
nach dem eigenen Vortrage der Klägerin von einem un,
redlichen Entziehen der Verbindlichkeit Seitens der Verklag,
ten während der Verjährungsfrist nicht wohl die Rede sein.
Nach -der Aufhebung der Korporation der Ritterschaft gin,
gen deren Vermögen und in Gemäßheit des §. 203. Tit. 6.
II. auch die Korporationsschulden auf den Staat über,
welchen der Erblasser der Klägerin auch als seinen Schuld«
»er betrachtete und bei welchem er die Berichtigung seiner
Forderung nachsuchte. Nun ward zwar letztere Seitens
deS Staats aus dem Gründe abgelehnt, weil hier keine
wirkliche Korporationsschuld vorlicge, und es bleibt sehr
möglich, daß diese Ansicht gegründet ist und der Erblasser
der Klägerin sich an diejenigen Mitglieder der vormaligen
Ritterschaft, in deren Interesse die Schuld ausgenommen
war, hatte balten müssen. Weder der Erblasser der Klä,
gerin, noch diese, haben aber die Verklagten innerhalb
der Verjährungsfrist in gerichtlichen Anspruch genommen,
und diese mußten daber mit Recht annchmen, daß dir
Schuld Seitens des Staats oder sonst schon berichtigt sei,
oder der Erblasser der Klägerin noch nicht beabsichtige-
solche als Privatschuld geltend zu machen. In beiden Fäl,
len war aber von einem unredlichen Entziehen Seitens der
Verklagten, wie der §. 569 1. c. voraussetzt, nicht die
Rede, vielmehr trägt der Erblasser der Klägerin und resp.
diese nur die Schuld ihrer Nachlässigkeit, wenn jetzt der

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