Full text: Volume (Jg. 8 (1843))

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ratton erfolgt wäre, darauf ohne allen Einfluß. Prüft
man aber hiernach, von welcher Zeit ab der Erblasser
der Klägerin befugt gewesen wäre, die ihm, ihrer Be,
ziehung nach, aus deren Sckuld-Dokumente vom 9. Oct.
1801 gegen die Mitglieder der Ritterschaft des Her-
zogthums Westphalen entstandenen Rechte geltend zn
machen, so ergiebt sich sogleich, daß ihn nichts hinderte,
dies sofort zu thun, als die im Vertrage stipulirte
Zmonatliche Kündigungsfrist abgclauftn war, deren Ab-
lauf er allerdings abwarten mußte, bevor er die Rück-
zahlung der dargeliehenen Summe fordern konnte. Da,
gegen stand ihm unbedenklich frei, von der Kündigung
sofort nach gegebenem Darlehen Gebrauch zu machen
Mid folglich die Erfüllung des in dem Schuld-Doku-
mente enthaltenen Versprechens vom 9. 2an. 1802 z«
fordern. Dieser Tag muß daher als der Anfang der
Verjährungsfrist angesehen werden und gilt dies sowohl
hinsichtlich des zu jener Zeit im Herzogthum Westpha,
len nach gültigen röm. Rechts, als nach deit Grund-
sätzen des A. L. R., denn was das röm. Recht be-
trifft, so soll zufolge Const. 3. Co<3. VII. 39. der
Anfang der Klageverjährung von dem Zeitpunkte an-
gerechnct werden, ex quo actionis jura compe-
tere coeperunt, und in gleicher Weise bestimmt der
§. 545. Tit. 9. I. A. L. R., daß die Verjährung
durch Nichtgebrauch von dem Tage anfängt, wo die
Erfüllung der Verbindlichkeit zurrst gefordert werden
konnte.
Nun ist zwar von verschiedenen Seiten, sowohl von
den Auslegern des röm. (Rechts) als des prcuß. Rechts,
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