Full text: Volume (Jg. 8 (1843))

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rung ein Vierteljahr vor dem 6- Der. 1805, als dem
Tage der letzten Zinszahlung, gekündigt haben kann; so
ist auch kein Grund abzusehen, weshalb die Forderung
nicht bereits im letztgenannten Zeitpunkte fällig und klag»
bar gewesen sein sollte. Von da ab bis zur Klage-
anmeldung, den 12. Sept. 1836, ist durch Ablauf
von 30 Jahren die Verjährung vollendet, zu welchem
Resultate man selbst dann auch gelangt, wenn man mit
dem vorigen Richter die vierteljährige Kündigungs-Frei-
heit von dem Tage der letzten Zinszahlung an berech-
nen und deshalb die Fälligkeit und Klagbarkeit der For-
derung erst auf den 9. Januar resp. 6. März 1806
setzen wollte; welcher Einschränkung es jedoch nach dem
Vorstehenden nicht einmal bedarf. Klägerin führt außer-
dem an;
1. Vor der Großherzogl. Hessischen Verordnung vom
1. Oct. 1806 sei die Ritterschaft als corpus, als
privilegirte und anerkannte, durch ihre Teputirten ver-
tretene Korporation, die Schuldnerin des Prokurators
Ruher gewesen. Seit der durch jene Verordnung er-
folgten Aufhebung der Ritterschaft aber erschienen die
einzelnen Mitglieder derselben oder deren Erben als
Schuldner. Früher sei die desfallsige Klage gegen das
corpus der Ritterschaft und deren Vertreter, seit jener
Aufhebung aber gegen die Personen der einzelnen Rit-
ter zu erheben gewesen. Gegen die Letzteren müsse also
die jetzt wirklich angestcllte Klage erst im Augenblicke
der erfolgten Aufhebung der Ritterschaft als nata er-
scheinen, denn sie sei eine ganz andere und beruhe auf
einem ganz ander« Fundamente, als die gegen das

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