Full text: Volume (Jg. 8 (1843))

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weit sie Schulden kontrahi'rcn konnte u. s. w., daß von
einem error ,'n Rechtsgrundsätzen kaum die Rede sein
kann.
Dann hat sich die Klägerin zum Beweise der mala
fides der Eidesdelation bedienen wollen. Tie Verklag-
ten halten diese für unzulässig und ganz mit Recht;
denn rin Beweis kann nur über äußerliche, in die
Sinne fallende Thatsachen verstattet werden, solche hat
aber die Klägerin nicht behauptet, sondern den Verklag-
ten im Allgemeinen den Eid darüber angetragen, daß
sie wider besseres Wissen und unredlicher Weise ihre noch
fortbestehende Verbindlichkeit nicht erfüllen wollten. Ein
solcher Eid ist unstatthaft.
4. Gegen die v. Fürstend er gsche Vormundschaft
ist noch specicll behauptet, daß bei ihr die Verjährung
durch Anerkenntniß unterbrochen sei, und zu dessen Be-
weise zwei Briefe des verstorbenen Freiherrn v. Für-
stenberg zu Adolfsburg producirt. In dem einen
derselben läßt sich indessen auf keine Weise rin Aner-
kenntniß finden, er erwähnt der Forderung der Klägerin
gar nicht. D-r andere spricht im Allgemeinen die An-
sicht aus, daß der verstorbene Ruh er das Kapital
zurückhaben müsse, aber gar nicht, daß es der Freiherr
v. Fürstenberg zurückzahlen müsse. Auch läßt sich
nicht behaupten, daß in diesem Briefe eine rechtliche
Verpflichtung zur Zurückzahlung des Kapitals für irgend
Jemand ausgesprochen sei, sondern höchstens eine mora-
lische, derselbe ist also durchaus ungeeignet, das be-
hauptete Anerkenntniß zu beweisen.

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