Full text: Volume (Jg. 8 (1843))

245

den Zinsen des Kapitals zu 500 Thlr. g. G. und an
diesem selbst zahlen zu wollen, bewende, die Festste!«
lung dieser Rate aber zum besonder« Verfahren zu
verweisen, dagegen die Einrede der Verjährung sür be«
gründet zu erachten und deshalb die Kläger mit ihrer
auf Zahlung von zehnjährigen rückständigen und laufen»
den Zinsen von dem Kapitale von 500 Thlr. unter
Verurtheilung in die Prozeßkosten abzuwcisen.
Gründe.
In der Sache selbst erscheint die Einrede der Der«
jährung begründet, Von selbst versteht sich, daß, wenn
das Kapital verjährt ist, es auch die Zinsen sind, es
also nur auf die Verjährung des Kapitals ankömmt.
1. Eben so fragt sich vor Allem: wann die Ver-
jährung begonnen habe?
s. Die Verklagten behaupten, mit dem 9. Oct. 1805,
weil damals die letzten Zinsen gezahlt seien, die
Klägerin dagegen erst 1806 den 9. Oct., weil
damals die ersten nicht bezahlten Zinsen fällig ge-
wesen seien.
Eine d^ecte Gesetzstelle des römischen Rechts, welche
die zwischen beiden Theilen obwaltende rechtliche Streit-
frage entschiede, findet sich nicht, es muß dieselbe des-
halb nach den allgemeinen Grundsätzen über Verjährung
entschieden werden. Der allgemeine Grundsatz ist aber
der, daß eine Forderung dann anfängt zu verjähren,
wo sie zuerst gefordert werden konnte. Dieser Grund-
satz muß um so mehr festgehalten werden, als auch die
Praris des Preußischen Rechts sich dafür entschieden hat.

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer