Full text: Volume (Jg. 8 (1843))

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dafür halten, daß sie recht wohl im Stande seien, ih-
ren alten dürftigen Vater vollständig zu alimentiren.
Es ist aber Zeuge Mannes Scheuer, welcher,
gleich de» Partheien, jüdischen Glaubens ist, noch nicht
nach Vorschrift des §. 343 Tit. 10. P. O. vermahnt
worden und die Auskunft des Bürgermeisters Diez ist
in sofern mangelhaft, als sie sich nicht darüber aus-
spricht, ob der Verklagte Meier Hony im Stande sei,
den vom Kläger verlangten oder welchen Beitrag zu lei-
sten. Rücksichtlich der Frage aber, ob der Raphael
und die Gute! Hony zu einem Beitrage im Stande
seien oder nicht, würde im Fall der Erheblichkeit zu
erörtern sein, ob das Eine oder das Andere im Zwei-
fel:falle zu vermuthen sei.
Indessen kann es nach Lage der Sache auf alles
dieses nicht ankommcn.
Rach §.4 des Publikations-PatentS vom 21. Juni
1825 entscheiden hier überall die Grundsätze des gemei-
nen RechtS.
Dieses vorausgeschickt, hängt die Entscheidung dieses
Falles von der Beantwortung der Fragen ab:
- 1) Gehört der Beweis, daß der an sich zur Alimen-
tation Verpflichtete hinreichendes Vermögen habe,
zur Begründung der Klage?
2) Sind mehrere Tescendenten zur Alimentation ihres
Ascendenteu in solidum oder nur pro rata
verpflichtet?
Ad I. Tie erste Frage wird vor« S ch w e p p e
(Röm. Privatrecht §. 612) und von ». Wening-Jn-
genheim (Gemeines Eivilrecht §. 284) bejahend be,

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