Full text: Volume (Jg. 8 (1843))

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selbst in Ansehung der überlebende» Frau ließ daS in-
nigere Verbältniß der germanischen Ehe sehr wohl die
Vermuthung zu, daß der Mann seiner Wittwe eine
derartige Befugniß wohl anvertrauen könne, ohne For-
derung besonderer Garantien. Das Recht der Kinder
an dem Gesammtvermögen ist dessenungeachtet schon vor-
handen, wie sich eben dadurch zeigt, daß es unter ge-
wissen Bedingnngen zur Anwendung kommt; eS ruht
nur gänzlich, so lange jene Bedingungen fehlen.
Eben diese abnorme Natur eines Rechts, das in
den meisten Fällen keine Wirkung äußert, mochte, ver-
bunden mit dem häufig vorkomnienden Erbrechte deS
überlebenden Ehegatten bei kinderloser Ehe, die Veran-
lassung sein, daß manche Juristen, unfähig, die ein-
fache Natur des Verhältnisses ihren Begriffen anzupas-
sen, auf die Theorie der Consolidätion kamen, der
zufolge sich bei Gütergemeinschaft daS Eigenthum der
Gesammtmasse in der Person des Uebrrlebenden consoli-
dirt, den Kindern mithin noch gar kein wirkliches Recht,
vielmehr nur eine Hoffnung zusteht, die sich erst im
Falle der Schichtung oder des Todes realisirt. Daß
diese Theorie mit der Natur des Verhältnisses durchaus
nicht übereinstimmt, den alten Statuten gar nicht ton*
form und daher an und für sich unrichtig ist, wird
jetzt von allen bewährten Germanisten anerkannt *).
Eichhorn deutsches Privatrecht §. 307.
2) Zuerst hat dieses darzethan Hasse — Beitrag zur Re-
vision der bisherigen Theorie von der ehelichen Güter-
gemeinschaft. Kiel 1308. §. 31 «. 38. Man ver-
gleiche jedoch über dessen Annahme einer mystischen Per-
11

VIII.

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