Full text: Volume (Jg. 8 (1843))

101

iDuotc des Gesammtvermögens beziehen. Alsdann be-
steht aber zwischen ihnen und dem Arnöberger Statut
nicht die mindeste Analogie. Eine Quote gehört, we-
nigstens nach der Miteigenthums - Theorie, jedem Ehe-
gatten, und es ist nach der Ansicht vieler Germanisten
tMittermaier, §. 351, Maurenbrecher, §.493)
keineswegs irregulär, sondern zu vermuthen, daß er
darüber von Todeöwegen verfügen darf. Das, was
der Gütergemeinschaft widerstrebt, ist die Befugniß jedes
Ehegatten, über Gegenstände, die gemeinsames Eigcn-
thum sein sollen, so zu verfügen, alS gehörten sie ihm
allein. Für diese Abnormität hat man bisher noch kein
Beispiel aufgestellt. Fände sich aber auch ein Statut,
welches eine solche Begriffsverwirrung adoptirt hätte,
so könnte dasselbe nur als ein warnendes Beispiel g,l»
ten und man würde vergeblich darin einen Grund su-
chen, dem Arnöberger Güterrecht eine gleiche Jnconse.
quenz zuzumuthen.
Eine ähnliche Bewandniß, wie mit dem Rechte zu
ttstiren, hat es mit der daraus hervorgehenden Befug-
niß des Ueberlebenden, zwischen der Zurücknahme seines
eigenen und der Theilung des beiderseitigen Vermögens
mit den Kindern, frei zu wählen. Betrachtet man diese
Theilung als eine einfachere Art der Auseinandersetzung
zweier factisch vereinigten Vermögensmassen, welche
die Ermittelung dessen, was von dem einen und was
von dem andern Ehegatten herrührt, im Interesse bei-
der beseitigen soll, so erscheint nichts natürlicher, als
daß ihnen diese Rechtswohlthat nicht vbtrudirt, sondern
gestattet wird, dieselbe durch entgegengesetzte Willens-

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer