Full text: Volume (Jg. 8 (1843))

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Bcfugniß bei, je nachdem es ihm mehr oder minder
vortheilbaft erscheint, bald ras Dotalrecht, bald die
Gütergemeinschaft in die Ehe cinzuführen. Hriratbet
z. B eine wohlhabende Frau, welche ihr Vermögen
nicht des Mannes Disposition überlassen und nicht für
dessen Schulden haften will, so wird sie an einem Orte,
wo Gütergemeinschaft besteht, sich deren Ausschließung
vor der Heirath ausbedingen; wo Dotalrecht gilt, aber
eine besondere Abrede im Vertrauen auf die gesetzlichen
Vorschriften nicht für nöthig halten. Gelüstet cs dem
Manne das Vermögen seiner Frau zu vergeuden, so
zwingt er sie, ihm an einen Wohnort zu folgen wo Gü-
tergemeinschaft besteht, und ist dadurch in den Stand ge-
setzt, über ihr Gut nach Believen zu verfügen. Umgekehrt
kann er bei bestehender Gütergemeinschaft, wenn ihm ein
bedeutender Gewinn bevorsteht, die Frau durch Verände-
rung des Wohnortes davon ausschlicßen. Es leuchtet ein,
daß solche Willkühr der Natur des freien Vertrags, auf
wklchcm die Ehe und folgeweise auch das mit brr Ehe
verbundene Güterrrcht beruht, und dem Willen der contra-
hirenden Ehegatten, welcher auf Begründung eines, auch
in seinen vrrmögensrcchtlichen Folgen festen Verhältnisses
gerichtet ist, geradezu widerspricht. — Wenn Phillips
S 127, einwendet, daß man die Gütergemeinschaft ja
auch an dem neuen Wohnorte durch Vertrag ausschließen
oder aufrecht erbalten könne, so übersieht er, daß zu einem
Vertrage Einwilligung beider Theile erforderlich ist
Ebensowenig Berücksichtigung verdienen die Jnronve-
nieiizen, welche M a u r e n b r c ch e r §. 484 seines Privat-
rechts von dem Hinübcrtragcn eines fremden Güterrechts

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