Full text: Volume (Jg. 7 (1841))

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geben nicht eine Bestätigung, sondern vielmehr eine Wider-
legung der in dem angezogenen Ministerial-Rescripte ver-
teidigten Ansicht.
Zuvörderst ist jedoch ein Mißverständniß zu besei-
tigen. Köchling kommt zu dem Resultate, daß es auf
die äußere Form des Titels nur dann ankomme, wenn
die Gesetze jemanden das besondere Recht einräumen, die
bereits überlieferte Sache wegen eines Fehlers in der
Form zurückzufordrrn. Das ist, recht verstanden, auch
meine Meinung. Wenn die übergebene Sache, von
Niemanden,. also auch nicht durch die re! vinckicstio
des Tradenten, zurückgefordert werden kann, dann ist nur
das Geschäft nicht von einer Zwangsverbindlichkeit be-
gleitet, die Tradition aber rechtsbeständig und das Ge-
schäft in Verbindung mit der Tradition ein an sich zur
Erlangung des Eigenthums geeigneter Titel. Aber damit
wird ja eben die Ansicht der Mim'sterial-Rescrivte wider-
legt; denn diese gehen ja, und meines Erachtens mit
Recht, davon aus, daß bei mündlichen Verträgen über
Immobilien der Tradent Eigenthümer bleibe und jederzeit
zurückfordern könne. Köchling muß also unter dem
„besonderen Rechte" etwas Besonderes verstanden haben,
was mir nicht klar ist. Wir müsse» das dahin gestellt
seyn lassen und wollen seiner Deduktion weiter folgen.
Der gedruckte Entwurf sagt §. 458.: „die Ver-
jährung durch Besitz findet in allen Fällen statt, wo
Jemand eine Sache oder ein Recht, aus einem Titel,
durch welchen dasEigenthum erlangt werden
kann, durch die in den Gesetzen bestimmte Frist
ruhig und redlicher Weise besessen hat."

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