Full text: Volume (Jg. 7 (1841))

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als zweifelhaft bezeichnen. Es werde auch dort, sagt das
Rescrkpt mit Hinverweisung auf I- 13. §. 1. D. 41.3.,
I. 2. §. 15. 16. D. 41. 4. und I. 4. D. 41. 8.,
das ganze Gewicht auf den Umstand gelegt, daß der
Erwerbende in gutem Glauben sich für einen titulirten
Besitzer gehalten habe. Das kann ohne weiteres zuge-
geben werden; es stimmt mit der Ansicht vieler neuern
Rechtslehrer überein. Das römische Recht fordert als
Titel allerdings nicht unbedingt rin vollgültiges Geschäft,
welches nur darum dem Erwerbenden nicht das Eigen-
thum verschafft hat, weil der Autor nicht Eigenthümer
war; die Ersitzung wird unter Umständen auch zugelassen,
wenn das Geschäft durchaus nichtig, und mitunter
sogar, wenn das vermeintlich geschloffene Geschäft in
der Wirklichkeit gar nicht vorgekommen war. Aeltere
Rechtslehrer, den Titel als ein für sich bestehendes
Requisit der Ersitzung ansehend und darum der Strenge
nach ein an sich vollgültiges Geschäft fordernd, haben
diese Fälle als Ausnahme behandelt.^) Neuere betrach-
ten bekanntlich die bona fides allein als die eigentliche
Grundlage der Ersitzung, und den Titel nur als die
erforderliche Begründung dieser boas fides; und bei
dieser Ansicht erscheint es allerdings natürlich, daß
auch bei der Nichtigkeit und gar bei der Nicht-

«6) s. besonder» Voet Comm. ad Pand. Iib. 4l. Tit. 3.
§. 5. dessen Stimme auch darum zu beachten ist, weil er
allein bei der Materie vom Titel in den Materialien de»
Landrechts angeführt worden; Simon und von
Strampff'S Zeitschrift, Band 3. S. Ir ff.

vn.

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