Full text: Volume (Jg. 7 (1841))

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hat dann auch einige Aehnlichkeit. Bei der Verjährung
durch Besitz ist dagegen die bona fides bei der Besitz-
Ergreifung nothwendkg, da sie (§. 628.) den Titel ersetzt,
dessen besonderer Beweis hier blos erlassen wird (§.625.),
und so wird man es denn auch beim §. 662. halten
können. Die hier erforderliche bona fides wird also
nur Vorkommen, wenn rin, die ursprüngliche Grenzbe-
stimmung nicht kennender Universal-Nachfolger, der nach
§. 614. durch die Wissenschaft seines Erblassers nicht
in malam fidem versetzt wird, zuwider handelt. —
Verhehlen kann man sich inzwischen nicht, daß alle diese
Fragen doch noch sehr zweisrlhaft sind in Folge der nicht
gehörigen Durcharbeitung des im Gesetze aufgestellten
neuen Prinzips einer fünfzigjährigen Verjährung. Die
neue Gesetzgebung wird hier Bestimmteres zn geben haben,
obgleich zu beklagen seyn würde, wenn, wie bei der For-
derungen-Verjährung vorgeschlagen, auf mala fides gar
nicht mehr gesehen werden sollte. Man darf vom Prinzip
der Redlichkeit nicht ohne genügenden Grund abweichen,
es genügt schon, die in de» Verhältnissen des Lebens
liegende Vermuthung für die Aufhebung einer Verbind-
lichkeit aufzustellen, es braucht nicht alles für den Ju-
risten glatt und eben zu seyn. Doch darüber vielleicht
ein andermal mehr!

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